HECHTALARM.2 - BLOG - Tenkara AUSTRIA

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HECHTALARM.2

Tenkara AUSTRIA
Herausgegeben von in Fangberichte ·

Nach mehr oder weniger erfolglosen Versuchen mit der Tenkara Rute in meinem Heim-Gewässer wieder einen Hecht zu überlisten,
ging es nach entsprechender Vorbereitung am 24. Juni an den Gleinkersee in Oberösterreich.



Kein Wind, leicht bewölkt und angenehme Temperaturen waren sehr gute Rahmenbedingungen um den Tag erfolgreich zu gestalten,
sofern natürlich die Hechte mitspielen würden.
Der Gleinkersee ist bekannt dafür, dass dort kaum Hechte unter 80cm gefangen werden und die +90cm Marke fast schon Standard
ist.
Ich habe das Glück, dass ich im Bekanntenkreis zwei sehr versierte Hechtfischer habe, die zwar mit der normalen Fliegenrute fischen,
aber gerne ihr Wissen rund um Großhechte weiter gaben und mich mit vielen Tipps versorgt haben. Einen davon war an diesem Tag
dabei und ich konnte sein Belly Boot nutzen um das Gefühl auszukosten, schwerelos über das Wasser zu schweben.



Belly Boat und TENKARA ist eine extrem schwierige Kombination. Wenn man gezielt auf größere Hecht fischt, kommen ja
entsprechend kräftige Ruten zum Einsatz, die nicht mehr aus dem Handgelenk geworfen werden können und auch das
Gewicht der Line, des Streamers spielt eine wesentliche Rolle. Wenn man im Belly Boat sitzt, verliert man jede Möglichkeit,
die Kraft, die notwendig ist um den Streamer zu werfen, zusätzlich aus den Beinen und dem Körper zu holen, da ja kein
Widerstand durch einen festen Boden vorhanden ist. Im Wasser sitzend verpufft dieser notwendige Kraftimpuls im Wasser
unter dem Gesäß.
Daher verwende ich lange Ruten, kurze Lines und keine allzu fülligen Streamer.

Konkret sieht mein SetUp bei Hechten so aus:
BIG FISH - Rod: 4 - 4,5m / 7:3
Line: 3 - 4m geflochtene Lline
Sinktipp: 1,8m / Sinkrate 4 oder 6
Tippet:  1m Fluorcarbon #0,70 oder #0,80

Mit diesem SetUp ist Werfen des Streamers noch einigermaßen möglich. Nach dem Auswurf des Streamers lasse ich diesen
absinken und durch seitliches nach hinten heben der Rute zupfe ich den Streamer in meine Richtung und durch eine Drehung
mit dem Belly Boat gewinne ich noch ein paar zusätzliche Meter für den Streamer. Jetzt werfe ich nicht wieder neu sondern
lasse den Streamer in meiner Nähe absinken und paddle mit dem Belly Boat weg vom absinkenden Streamer, den ich dann,
wenn wieder Spannung auf der Line ist zu mir heranzupfe. Das mache 3-5x, dann wird der Streamer neu ausgeworfen.
Also ein Mix zwischen Werfen und Schleppen.

Die Hechte des Gleinkersees stehen im Freiwasser und tauchen plötzlich und rasant aus der Tiefe auf und stürzen sich auf
den Streamer und drehen im gleichen Augenblick auch schon wieder ab. Alle Bisse und Nachläufer die ich hatte attackierten
den Streamer ca. 5m von mir entfernt in einer Tiefe von 70 - 50 cm. Also alles live im glasklaren Wasser sichtbar. Und jede
dieser Attacken sorgte für einen gewaltigen Anstieg des Pulses.  

Auch wenn ich an diesem Tag "nur" einen Stand von 3:3:1 (3 Nachläufer / 3 Bisse, aber ausgehakt und verloren /
1 gelandet) hatte, so war der Fang und die Landung dieses einen Hechtes ein Erlebnis, dass mich noch lange begleiten
wird. Dieser eine Hecht erreichte nämlich die +100cm - Marke.



Wie lief der Drill und die Landung ab ?
Ja, dieser Hecht hat mich mit dem Belly Boat gezogen, bzw, habe ich sogar aktiv mit Paddeln mitgeholfen um seine Kraft besser
zu kontrollieren und ihn so gezielt zu schwächen. Ich denke, wenn der Hecht einen Widerstand gerade noch überwinden kann,
dann neigt er weniger zu explosiven extremen Fluchten.

Nach ca. 15min Kern-Drill war der Widerstand gebrochen und ich wusste, dass ich ihn landen werde. Nach zusätzlichen 5-10min
war es dann geschafft und der Hecht war für die Landung bereit (aber dann wieder in Freiheit).

Fazit !
Ich hatte nur einmal kurz das Gefühl die Kontrolle zu verlieren und zwar in dem Augenblick als der Hecht auf mich zuschwamm,
die Leine etwas locker wurde, er ein Kehrtwendung machte und dann voll auf Zug in das Rückgrat der Rute schwamm und sie kurz
auf das Äußerste beanspruchte. Das ging so schnell, dass ich mit dem rückwärtspaddeln nicht nachkam um Zug auf ihn auszuüben
und ihm so eine kleine,
aber wirkungsvolle Chance gab. Danach war aber alles vorbei und es ist gewaltig anzusehen, wenn sich so
ein kapitaler Fisch an der Wasseroberfläche wälzt.










2 Kommentare
Durchschnittliche Bewertung: 125.0/5
HGeorg
2020-07-03 06:40:24
Ein sehr interessanter Fangbericht! Erstaunlich, was mit unserer Art zu fischen, alles geht.
Axel
2020-07-02 18:37:51
Ein schöner Beitrag!

Tight lines
Axel


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