TENKARA - THE NEXT LEVEL - BLOG - Tenkara AUSTRIA

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TENKARA - THE NEXT LEVEL

Tenkara AUSTRIA
Herausgegeben von in Technik & Taktik (am Wasser) ·

Es ist zwar richtig, dass TENKARA vor einigen hundert Jahren von japanischen Fischern erfunden wurde um in Bergbächen sehr effizient
(Portions-)Fische zu fangen,
 die ihren Lebensunterhalt sicherten. Damals wurden noch Bambusruten verwendet, aber heute gibt es
Kohlefaser-Hochleistungsruten, die es ermöglichen
in ganz anderen Dimensionen auch großen Fischen nachzustellen.

Als ich – nach über 35 Jahren der traditionellen Fliegenfischerei - im Jahr 2013 begann meinen Fokus auf das klassische Tenkara, also
Forellenfischen in
einem kleinen bis mittleren Bach, zu legen dachte ich auch nicht daran, dass diese Methode auch bei Großforellen,
Äschen, prächtigen Aiteln, Karpfen, Hecht
einsetzbar wäre. Auch ich sah zu diesem Zeitpunkt Grenzen, die es nicht möglich sein
könnte zu überschreiten.

Da ich nicht nur im Bach fischend unterwegs bin, sondern in Flüßen und im Stillwasser, wo ich auch TENKARA Style probieren wollte,
suchte ich im Internet
nach kräftigeren Ruten und um nicht ins blaue hinein, sondern systematisch und wohl überlegt, mit dem
passenden Equipement, diese Gewässer befischen
zu können.

Schnell wurde ich im Internet fündig, aber das Chaos der Unübersichtlichkeit brach zugleich aus.
Welche Länge ? Welche Aktion ?
Einige Stunden im Winter 2015 an Recherche vergingen und auch so einiger Mailverkehr mit Leuten, die im Netz Bilder von großen Fischen,
die sie mit TENKARA
Ruten gefangen hatten, posteten. Nach diesem eher langwierigen Abchecken der Möglichkeiten erschien langsam
Licht am Horizont und entsprechende
Ruten wurden - in Amerika - geordert.

Nun ging es gezielt auf große Fische. Erste Erfahrungen wurden ausgewertet und das Bild „wie geh ich es an“ wurde immer runder.
Vorab möchte ich anmerken, dass ich keinen einzigen Fisch abgerissen habe, nur 2 haben es bisher geschafft den Fliegenhaken aufzubiegen.
Erstaunlich war, das keiner von diesen großen Fischen zu sagenumwobenen Fluchten ansetze, die weit ins Backing (das ich ja nicht habe)
hineingeführt hätte
oder die Rolle (die ich ja auch nicht habe) zum Kreischen gebracht hätte.
Und bei den gefangenen Fischen waren Regenbogen über 60cm, Barben mit über 70cm, extrem große Aiteln und auch Äschen mit +40cm
dabei.
   

   



Die langen, extrem flexiblen und kräftigen Ruten federten die Fluchten ab und ermöglichen es den Fisch gezielt zu führen. Ich vergleiche das
immer mit einem Hund
an der langen Schleppleine. Wenn er merkt es geht nicht mehr weiter, dann beginnt er hin und her zu laufen. Und dieses
Prinzip lässt sich durchaus auf das Fischen
mit einer fixen Leinenlänge übertragen – und funktioniert auch.

Auch arbeite ich NIE gegen den ziehenden Fischen sondern „ziehe“ ihn in die Richtung in die er schwimmt. Das irritiert den Fisch und er ändert
seine Richtung. Durch
Umlegen der Rute reagiere ich und arbeite wieder in seine Fluchtrichtung.

Es ist auch festzustellen, dass die Fische nach dem Biss sehr oft von der Oberfläche oder Mittelwasser in Richtung Gewässerboden flüchten,
die Ruten die Fische
aber auf ihrem Weg zum Grund regelrecht „aushebeln“ und so auch gewaltig aus dem Konzept bringen.

Für den Drill eines Großfisches sind folgende Regeln zu beachten:
  • Rute darf schon beim Anhieb nicht unter der 10 Uhr Stellung sein, denn damit lässt sich fast das ganze Kraftpotential der Rute vom
    ersten Augenblick an den Fisch übertragen.
  • Beim Drill ebenfalls niemals die Rute unter diese 10 Uhr Stellung ziehen lassen. Noch besser ist, wenn die Rute zwischen 11 Uhr und
    12 Uhr „eingerastet“ wird. Bei Bedarf auch bis auf die 13 Uhr Stellung zurück. Aber niemals die ganze Kraft des Fisches nur die
    Spitzenteile belasten
  • Ellbogen beim Drill immer körpernahe halten und die freie Hand ca. 3-4 Handbreiten oberhalb des Griffes als Widerlager anlegen, aber
    nicht fest umgreifen.

  • Darauf achten, dass nicht gegen den Fisch gearbeitet wird, sondern mit der oben beschrieben Technik der „Schleppleine“ der Fisch
    geführt wird.

  • Und … NEVER EVER … die Rute ins Wasser werfen und warten wie der Fisch reagiert und sich dann, wenn er sich beruhigt hat, sich
    dir Rute wieder zu schnappen und denn Drill erneut zu beginnen.

Man kann auf die enorme Flexibiltät und das kräftige Rückgrat von BIG FISH Ruten vertrauen.
Wenn diese Punkte verinnerlicht sind, dann steht einer glücklichen Landung des Fisches meistens nichts mehr im Weg.
Außer die eigene Ungeduld.

Bei der Landung des Fisches gilt:
  • Erst dann in die Schnur greifen und den Fisch das letzte Stück mit der Leine in der Hand über den Kescher führen, wenn er kescherfähig ist !
  • Die Schnur zwar sicher zwischen den Fingern fixieren, aber auch so, dass bei einer neuen Flucht, die Schnur blitzartig ausgelassen
    werden kann
    und die Flucht des Fisches wieder in die Rute geht, also auch die Rute in der 10-12 Uhr Stellung geparkt halten.
  • Besser ist es, im Team zu fischen und den Fisch in das Netz des Fischerkollegen zu führen.

Ausführliche Beschreibungen, welche SetUps ich für größere Gewässer - wo auch große Fische zu erwarten sind - nutze, findest du unter:
Ich verwende je nach Zielfisch auch die passende Trockenfliegen, Nassfliegen, Nymphen und auch Streamerchen. BIG FISH Ruten werfen sehr unkompliziert auch schwere Nymphen und auch leichte Streamer.

Diese Art von TENKARA ist nicht mehr easy peasy, aber Adrenalin pur - mit etwas Geschick, Erfahrung, Geduld und dem passenden SetUp
und der Bereitschaft
dem Fisch auch zu folgen, klappen solche Fische an der Tenkara Rute , aber never ever ist sowas geeignet für
Tenkara-Beginner !

Wo sind die Grenzen ?
Zwischenzeitlich gibt es Speziallisten, die mit weiterentwickelten Ruten, die Längen bis 9 Meter haben, bereits erfolgreich auf Lachs fischen.
Auch die Salzwasserfischerei mit Tenkara Ruten entwickelt sich.

Also etwas provokant, dadurch rückt auch der Huchen in absehbarer Zeit in fangbare Nähe und nur Baby-Fische fangen mit Tenkara war gestern !


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VITA         
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